Informelle Netzwerke begünstigen Männer – und bleiben die hartnäckigste Karrierebarriere für Frauen

Informelle Netzwerke begünstigen Männer – und bleiben die hartnäckigste Karrierebarriere für Frauen

Der „Global Female Leaders Outlook 2026“ zeigt, wie ungleicher Zugang zu Netzwerken und sichtbaren Rollen mit Entscheidungsspielraum sowie angezweifelte Führungskompetenz den beruflichen Aufstieg von Frauen begrenzen.

54 Prozent der befragten weiblichen Führungskräfte zählen harte Arbeit zu den drei wichtigsten Faktoren für beruflichen Erfolg. 76 Prozent halten persönliche Netzwerke, Mentoring oder beides für entscheidend, um beruflich voranzukommen. Gleichzeitig erleben 64 Prozent der von Stereotypen oder Benachteiligung betroffenen Frauen informelle Netzwerke, die Männer begünstigen. Die Zahlen machen sichtbar: Frauen wissen, wie wichtig Netzwerke für ihre Karriere sind – doch der Zugang zu den entscheidenden Kreisen ist ungleich verteilt. Frauen setzen weiterhin auf Leistung.

 

Harte Arbeit wird von den befragten Frauen deutlich häufiger als Erfolgsfaktor genannt als noch 2023. Leistung, Einsatz und gute Ergebnisse haben keineswegs an Bedeutung verloren. Doch die Studie „Global Female Leaders Outlook 2026“ von KPMG zeigt auch, wo das Versprechen „Wenn du gut genug bist, wirst du dich durchsetzen“ an seine Grenze kommt. Fachliche Kompetenz und Engagement führen nicht automatisch dazu, dass eine Frau für eine verantwortungsvollere Position berücksichtigt, in wichtige Entscheidungen einbezogen oder als Führungspersönlichkeit wahrgenommen wird.

Leistung ist die Voraussetzung. Zugang entscheidet.

Frauen können hervorragende Arbeit leisten und beruflich trotzdem nicht in gleichem Maße davon profitieren. Nicht, weil ihre Leistung nicht ausreicht. Sondern weil Karriere auch von Beziehungen, Fürsprache und informellen Entscheidungswegen geprägt wird.

Informelle Netzwerke öffnen Türen – aber nicht für alle

Besonders deutlich wird die strukturelle Schieflage beim Blick auf drei Bereiche: Zugang, Sichtbarkeit und Autorität.
64 Prozent der Frauen, die mindestens eine Form von Stereotypisierung oder Benachteiligung erlebt haben, berichten von informellen Netzwerken, die Männer begünstigen. Die Studie bezeichnet diese Netzwerke als die hartnäckigste strukturelle Barriere für den beruflichen Aufstieg von Frauen.

Das Problem ist nicht, dass Frauen zu wenig netzwerken oder dessen Bedeutung unterschätzen. 76 Prozent nennen persönliche Netzwerke, Mentoring oder beides ausdrücklich als wichtige Karrierefaktoren. Das Problem ist, dass die Zugänge nicht gleich verteilt sind. In informellen Kreisen werden Informationen weitergegeben, Menschen empfohlen und berufliche Chancen vorbereitet. Wer dort fehlt, erfährt von manchen Möglichkeiten später – oder gar nicht.

32 Prozent der betroffenen Frauen geben außerdem an, bei einflussreichen Rollen übergangen worden zu sein. Zugang bedeutet daher mehr als eine Einladung zum nächsten Netzwerktreffen. Es geht darum, wem Aufgaben mit hoher Sichtbarkeit und Wirkung zugetraut und übertragen werden.

Frauen lediglich zu empfehlen, sie müssten besser netzwerken, greift zu kurz. Wer über Netzwerke spricht, muss auch darüber sprechen, wie offen diese tatsächlich sind – und wen sie weiterhin begünstigen.

Sichtbarkeit allein schafft noch keine Autorität

Zugang ist nur ein Teil. Frauen müssen mit ihrer Leistung auch wahrgenommen und als kompetent anerkannt werden.
50 Prozent der betroffenen Befragten berichten, dass sie in Meetings unterbrochen oder ihre Ideen übergangen wurden. Bei 46 Prozent wird die Führungs- oder Entscheidungsfähigkeit von vornherein infrage gestellt. 37 Prozent erleben, dass sie als weniger durchsetzungsfähig wahrgenommen werden oder ihnen weniger Autorität zugeschrieben wird als Männern.

Eine Frau kann also am Tisch sitzen, ihre Position einbringen und trotzdem erleben, dass ihre Idee überhört, ihre Kompetenz angezweifelt oder ihre Durchsetzungskraft anders bewertet wird. Sichtbarkeit allein reicht nicht, wenn der eigene Beitrag kein entsprechendes Gewicht erhält.

Deshalb dürfen wir beruflichen Erfolg nicht ausschließlich als Ergebnis persönlicher Anstrengung betrachten. Es genügt nicht, Frauen zu ermutigen, selbstbewusster aufzutreten oder stärker an sich zu glauben. Unternehmen müssen prüfen, wer Zugang zu einflussreichen Aufgaben erhält, wessen Beiträge in Meetings aufgegriffen werden und wem Führungskompetenz selbstverständlich zugetraut wird.
Gleichzeitig bleibt für Frauen die Frage, wie sie ihre beruflichen Beziehungen bewusst gestalten, ihre Leistung sichtbar machen und ihren Führungsanspruch vertreten können, ohne sich einem traditionellen Führungsbild anzupassen.

Harte Arbeit bleibt wichtig. Sie darf aber nicht länger als Erklärung dafür dienen, warum manche aufsteigen und andere trotz vergleichbarer Leistung übergangen werden.
Wenn du deine berufliche Position nicht länger ausschließlich über Leistung absichern möchtest, sondern deine Sichtbarkeit, deine Beziehungen und deinen Führungsanspruch bewusster gestalten willst, freue ich mich auf unseren Austausch in einem unverbindlichen Gespräch.

Häufige Fragen zu informellen Netzwerken und Frauenkarrieren

Warum reicht harte Arbeit für den beruflichen Aufstieg von Frauen nicht aus?

Harte Arbeit bleibt eine wichtige Voraussetzung für beruflichen Erfolg. Der „Global Female Leaders Outlook 2026“ zeigt jedoch, dass Karriere auch von persönlichen Netzwerken, Mentoring, Sichtbarkeit und Fürsprache abhängt. 54 Prozent der Befragten zählen harte Arbeit zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren, 76 Prozent nennen Netzwerke, Mentoring oder beides als entscheidend für ihren Aufstieg.

Welche Rolle spielen informelle Netzwerke für die Karriere?

In informellen Netzwerken werden Informationen weitergegeben, Menschen empfohlen und berufliche Chancen vorbereitet. Wer zu diesen Kreisen keinen Zugang hat, erfährt später oder gar nicht von möglichen Positionen und verantwortungsvollen Aufgaben. Damit beeinflussen informelle Netzwerke den beruflichen Aufstieg bereits vor offiziellen Karriereentscheidungen.

Wie begünstigen informelle Netzwerke Männer?

64 Prozent der Frauen, die geschlechtsspezifische Stereotype oder Benachteiligung erlebt haben, berichten von informellen Netzwerken, die Männer begünstigen. Diese Netzwerke verschaffen Männern leichter Zugang zu Informationen, Empfehlungen und beruflichen Chancen. KPMG bezeichnet sie als die hartnäckigste strukturelle Barriere für den beruflichen Aufstieg von Frauen.

Warum werden Frauen trotz fachlicher Kompetenz übergangen?

Fachliche Kompetenz führt nicht automatisch zu Sichtbarkeit und zugeschriebener Autorität. 50 Prozent der betroffenen Frauen berichten, dass sie in Meetings unterbrochen oder ihre Ideen übergangen wurden. Bei 46 Prozent wird die Führungs- oder Entscheidungsfähigkeit von vornherein infrage gestellt.

Was bedeuten Zugang, Sichtbarkeit und Autorität für die Karriere?

Zugang entscheidet darüber, wer von beruflichen Chancen erfährt und für verantwortungsvolle Rollen berücksichtigt wird. Sichtbarkeit bestimmt, ob Leistung und Ideen wahrgenommen werden. Zugeschriebene Autorität zeigt sich darin, wem Führungskompetenz, Durchsetzungskraft und Entscheidungsfähigkeit zugetraut werden.

Was können Unternehmen gegen ungleiche Karrierechancen tun?

Unternehmen müssen ihre informellen Entscheidungswege prüfen. Entscheidend ist, wer Zugang zu relevanten Kontakten und verantwortungsvollen Aufgaben erhält, wessen Beiträge in Meetings aufgegriffen werden und wem Führungskompetenz zugetraut wird. 

Was können Frauen für ihre berufliche Sichtbarkeit tun?

Frauen können ihre Karriereinteressen klar aussprechen, berufliche Beziehungen bewusst gestalten und sichtbar machen, welche Verantwortung sie übernehmen möchten. Gleichzeitig bleibt der Zugang zu Netzwerken und Chancen eine organisationale Verantwortung. Strukturelle Barrieren lassen sich nicht allein durch mehr Leistung ausgleichen.

Ich heiße Ute Zischinsky. Als erfahrene Expertin im Bereich Coaching, Kommunikation und Mitarbeiterführung begleite ich dich auf deinem Weg zur selbstbewussten Führungskraft oder zur/m Unternehmer*in. Mit maßgeschneiderten Präsenz- und Online-Formaten helfe ich dir, dein persönliches Entwicklungspotenzial zu erkennen, Teams souverän zu führen sowie mit Selbstvertrauen und Wertschätzung erfolgreich im Business zu sein. 

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